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Verlag “Alles über Verlag und Herstellung”

Es ist schon ein Abenteuer, einen Roman zu schreiben. Aber einen Verlag zu gründen, ist noch ein weit größeres Abenteuer. Nicht jeder, der mit Schreiben anfängt, hat das große Glück, sofort jemanden zu finden, der ihn veröffentlicht. Das kann mehrere Gründe haben.

Inzwischen gibt es so viele Bücher, dass man sich wirklich fragen muss – auch als Schriftsteller – muss ich jetzt auch noch eines schreiben. Doch wenn Schreiben die Leidenschaft deines Herzens ist, ist die Frage unbedeutend. Die meisten Verlage sehen inzwischen aber eher die Verkaufsstatistiken und nicht so sehr, ob das Manuskript wichtig oder gut ist.

Das führt dann manchmal zu lustigen Begebenheiten. Eine Reihe von Autoren, die heute hohe Verkaufszahlen erreichen, wurde zu Beginn von mehreren Verlagen abgelehnt. J.K. Rowling kann – glaube ich – auch ein Lied davon singen. Wer hätte sich damals auch träumen lassen, dass ihre Bücher ein solcher Erfolg werden. Es soll sogar vorgekommen sein, dass bekannte Schriftsteller ein Manuskript unter anderem Namen einreichten – und abgelehnt wurden. Und manche Autoren besitzen einfach genügend Frechheit, ihr Manuskript dem Verlag als unentbehrlich hinzustellen – und andere haben diese Frechheit eben nicht. Das sagt nichts über die Güte des Manuskripts aus. Tja und manchmal ist einfach die Zeit nicht reif.

Wenn ich mir so die Verlagslandschaft ansehe, stelle ich fest, dass manchmal Bücher auf den Markt geschmissen werden, einfach nur deshalb, weil ähnliche gut verkauft wurden. Dann wieder entdeckst du ein Buch, das gar nicht so bekannt ist, das dich aber einfach umhaut, wenn du es liest. Aber auch das sagt nichts – denn schließlich sind die Geschmäcker verschieden.

Als ich versuchte, meine ersten Manuskripte unterzubringen, erhielt ich unterschiedliche Rückmeldungen – wenn ich denn eine erhielt; viele große Verlage halten es nicht für nötig, einem Unbekannten wenigstens eine Standardabsage zu schreiben, auch wenn es rühmliche Ausnahmen gibt. Von kleineren Verlagen kam oft der Hinweis, das Manuskript sei zwar interessant und gut zu lesen, passe aber entweder nicht ins Programm oder die Planung sei schon auf mehrere Jahre fest oder, oder, oder.

Auch bei den Literaturagenten ging es ähnlich zu. Die deutsche Landschaft ist zwar nicht mit England zu vergleichen, wo es ohne Literaturagent fast gar nicht mehr geht, aber es gibt doch eine ganze Reihe Agenturen. Bei den einen hatte ich das Gefühl, die hatten meine Texte gar nicht richtig gelesen – fast so wie auf manchen Covern von Büchern, bei denen man sich fragt, was die kurze Beschreibung mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Andere teilten mit, dass sie einen festen Autorenstamm hätten. Dann gab es aber auch die, die begeistert waren, mit denen dann eine Zusammenarbeit aber trotzdem aus unterschiedlichen Gründen nicht klappte.

Und dann gibt es natürlich die Möglichkeit, einen Verlag zu nehmen, der einen Druckkostenzuschuss verlangt oder eine wie auch immer geartete Beteiligung. Doch bei mir kam dann gleich die Reaktion: dann kann ich es auch selber verlegen. Also Selbstverlag? Hm, der Name gefällt mir nicht. Aus privaten Gründen ruhte dann die ganze Angelegenheit.

 

Nach Jahren, mit der Idee für ein Sachbuch, war Schreiben plötzlich wieder wichtig in meinem Leben. Das Manuskript gab ich zuerst einmal guten Freunden, die sich auch mit dem Thema auskannten. Die Reaktionen waren einhellig positiv, ja begeistert. Also ging die Suche nach Verlagen wieder los, dieses Mal aber nicht breit gestreut sondern sehr gezielt. Doch jetzt passierten sehr seltsame Dinge. Ein Verlag, an den ich geschrieben hatte, stellte seine Produktion ein, bei einem anderen war ich anscheinend an der falschen Stelle gelandet. Und das, obwohl meine Freundin Conny in schamanischen Reisen Erfolg gesehen hatte.

 

Einen Erfolg konnten wir schon erzielen, denn aus dem Buch war eine Seminarreihe entstanden, die inzwischen läuft. – Wer sich dafür interessiert, kann sich auf unserer Website umsehen: www.deine-schamanische-kraft.de – Und plötzlich kam die Erkenntnis, dass ich alles selber verlegen sollte. Schließlich hatte ich die besten Voraussetzungen dafür. Ich kannte mich ein bisschen im Druck- und Verlagswesen aus, hatte jahrelang in der Werbung gearbeitet und einen Marketingkursus belegt. Das einzige Hindernis war bisher die Scheu vor Risiko gewesen. Das war die Frage: soll ich oder soll ich nicht.

Wenn alle erfolgreichen Leute so gedacht hätten, gäbe es keine erfolgreichen Leute. Hm! Also beschloss ich mich an Walt Disney zu halten: was du träumst, kannst du auch verwirklichen. Oder an das, was ich in einem Buch über visionäres Management las: was tätest du, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst. Und dann stellte ich auch noch fest, dass ich zehn Jahre zuvor, als ich mit einem Buch von Shakti Gawain arbeitete und aufschreiben sollte, was ich in zehn Jahren tun möchte, unter anderem geschrieben habe: einen Verlag gründen. – Aua! –

Aber mir war sofort klar, dass der Verlag einen Namen haben sollte. Der kam dann auch – in einer schamanischen Reise und direkt mit Erklärung dazu. Schalita – so nannte sich meine erste Lehrerin in der Nichtalltäglichen Wirklichkeit (Begriff aus dem Schamanismus, der die Wirklichkeit der inneren Reisen bezeichnet). Schalita setzt sich aber auch zusammen aus Schamanismus, Lichtarbeit, Transformation – und hm ja wofür steht das A? Anfangs dachte ich, es wäre vielleicht Alchimie, oder es stehe für Arbeit. Bis ich meinen Seelennamen erfuhr – unter dem ich die spirituellen Sachbücher veröffentliche: Alean-yu.

Wie wundervoll doch immer alles zusammen passt. Und nun bin ich eine Verlegerin, die auch schreibt – oder eher eine Schriftstellerin, die auch verlegt? Und was mache ich, wenn Leute mir ein Manuskript schicken oder anfragen? Nun Anfragen habe ich schon erhalten, interessanterweise zu Kinderbüchern, die ich nicht schreiben wollte (was sich auch schon wieder geändert hat). Für die Zukunft kann ich mir das als wundervolle Ergänzung vorstellen. Aber erst dann, wenn alles andere – sprich meine Bücher – richtig angelaufen sind.

Eines ist mir über all der Arbeit und der Beschäftigung mit spirituellen Dingen klar geworden. Ich werde nicht nach den früher gelernten Kriterien des Marketings und der Werbung vorgehen, sondern nur die gelernten Techniken verwenden. Aber meine Entscheidungen treffe ich aus dem Bauch. Interessanterweise erhalte ich dazu Unterstützung aus dem eben genannten Buch über visionäres Management. Alle visionären Manager treffen ihre Entscheidungen immer auf Grundlage ihrer Intuition und nicht so sehr aus dem Verstand heraus. Der ist dann dazu da, die besten Instrumente zu finden und alles umzusetzen. Hätten das die Zuständigen in den großen Verlagen auch getan, dann hätte wohl keiner eine Rowling oder einen Capra abgelehnt.

 

Andererseits habe ich auch erfahren, dass eben diese rein verstandesmäßige Planung nicht unbedingt funktioniert. Vor Jahren machte ich eine Verlagsbesichtigung. Unter anderem wurde uns erzählt, dass man vorhabe, einen Autor, von dem man sich viel versprach, weil er angeblich den Mainstream bediente, groß aufzubauen. Nun, dieser Autor ist nie wirklich groß heraus gekommen und inzwischen veröffentlichen andere Verlage seine Bücher, er hatte wohl der Erwartung des ersten Verlages nicht entsprochen. Das Gleiche habe ich auch schon mit Autorinnen erlebt, deren erstes Buch ein Erfolg wurde – warum auch immer. Dann legte man eines nach dem anderen nach, alle nach dem gleichen Schema, aber die meisten dümpelten nur vor sich hin.

Wenn ich mich selber herausbringe habe ich natürlich Vor- und Nachteile. Ein Nachteil ist, dass da kein professioneller Lektor ist, der mein Manuskript durchsieht – das kann allerdings auch ein Vorteil sein, je nach der Güte des Lektors. Außerdem geht ein Teil meiner Zeit damit drauf, mich um rein administrative Arbeit zu kümmern.
 

Die Vorteile sind für mich gravierender. Kein Lektor kann mir meinen Stil kaputtmachen – es gibt nämlich Lektoren, die den Autoren ihren eigenen Stil aufzudrücken versuchen. Hier geht es nicht um schlechter oder besser sondern um Authentizität. Außerdem kann ich als mein eigener Verleger meine anderen künstlerischen Fähigkeiten mit einbinden, so zum Beispiel die Gestaltung des Covers, des Textteils und womöglich sogar der Abbildungen. Und die Beschreibungen des Buches werden wirklich dem Inhalt entsprechen und nicht irgendetwas fantasieren, weil das vielleicht die Kunden am ehesten anspricht.

Und die Kritiker meiner Werke sind nicht Mitarbeiter eines großen Verlages, die mehr an dessen Wachstum als an meinem Werk interessiert sind, sondern ganz normale Menschen wie meine späteren Leser. Als Beispiel möchte ich hier nur meinen Erzählband erwähnen. Ich hatte nicht vor, diesen zu veröffentlichen. Doch die Resonanz einiger Freunde auf das Lesen ein paar der Erzählungen hat mir gezeigt, dass es wirklich Menschen gibt, die verstehen, was ich mit den Geschichten ausdrücken wollte.

Da mein Verlag zurzeit noch ein kleiner Betrieb ist, habe ich den Überblick über alles, was bis zum fertigen Buch abläuft. Wenn ein Werk steht – egal ob Roman, Erzählband oder Sachbuch – dann muss das Material natürlich in Computerform vorliegen, ehe ich überhaupt an die Produktion denken kann. Hier ist für mich direkt der erste Haken. Ich schreibe meine Texte – im Gegensatz zu vielen anderen Autoren – mit der Hand. Nur so bin ich sicher, dass mein Herz wirklich bei der Sache ist. Außerdem liebe ich es mit der Hand zu schreiben.

Die Eingabe in den Computer mag ich allerdings nicht sonderlich, manchmal nervt es mich regelrecht. Für einige meiner Werke habe ich eine ganz gute Lösung gefunden. Sowohl das erste Sachbuch als auch einen Roman habe ich von Frauen schreiben lassen, die dafür von mir Massage oder ähnliche Behandlungen bekamen. Und hatte gleich auch interessierte Leser, die mich auf kleinere Fehler oder Holprigkeiten hinwiesen.

Der nächste Schritt ist die Formatierung, sprich die Gestaltung des Textes. Eine Arbeit, die ich sehr liebe, und bei der ich in Hochform gerate. Da ich selber besonders solche Bücher mag, die hübsch aufgemacht sind, versuche ich auch für meine Leser mir immer wieder eine Besonderheit einfallen zu lassen. Das Gleiche gilt für die Titelseite, in die ich häufig Bilder, die ich gemalt habe, mit einbeziehe. Diese Arbeit ist eine Kombination aus Kreativität und strukturiertem Denken. Denn einerseits soll das Cover originell sein, andererseits versuche ich auch, ein einheitliches Erscheinungsbild des Verlages zu erreichen.

Wenn alles in Ordnung ist, gehe ich mit den Daten auf einer CD in die Druckerei – die ich natürlich erst einmal aussuchen musste – und erhalte einen Andruck, in dem ich dann meist noch ein paar Fehler finde – das nimmt leider nie ein Ende und ich werde mal an anderer Stelle dazu eine hübsche Geschichte erzählen. Wenn ich sowohl den Text als auch den Andruck des Umschlages freigegeben habe, ist der Drucker (nicht das Gerät sondern der Mann in der Druckerei) am Zug und stellt die Menge her, die ich vorher mit ihm ausgemacht habe. Je nach Umfang erhalte ich dann in ein bis zwei Wochen mein fertiges Buch.

Als Verlag habe ich eine Kennnummer – zu sehen in der ISBN-Nummer – und jedes Werk erhält eine Nummer. Alles zusammen ergibt die ISBN-Nummer, die auf der Rückseite und vorne im Innenteil des Buches steht. Diese Nummernreihe erhält man bei der deutschen ISBN-Agentur in Frankfurt www.german-isbn.de. Außerdem müssen von jedem Werk, das neu erscheint, zwei Exemplare an die Deutsche Nationalbibliothek www.d-nb.de geschickt werden.

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